Dienstag, 29. April 2014

Artikel zur Ausstellung "ANANA", erschienen im Uckermark-Kurier am 17.April 2014

Leuchtende Farben und rauer, felsartiger Ton

von Ines Baumgartl

Wasser, Erde, Feuer, Luft scheinen in der neuen Ausstellung „ANANA“ im Kunstspeicher der Galerie am Kietz zu brodeln und zu wirbeln, aufzusteigen und zu fallen. Sichtbar wird hier vor allem, dass die Malerin Gesine Storck und die Bildhauerin Gudrun Sailer mit ihren Werken im gegenseitigen Gespräch sind. „Wir haben schon seit Jahren einander in unseren Ausstellungen und Ateliers besucht und über unsere Kunst gesprochen“, erzählt die Malerin aus Luisenhof, „dabei war immer gleich dieses Gefühl, verstanden zu sein“. „Es ist eine Art des Verstehens, die man nicht einmal mit dem geliebten Menschen erreicht –
selten, kostbar“, ergänzt die Künstlerkollegin aus Eberswalde. 
Werke von Gudrun Sailer und Gesine Storck
Vor mehr als einem Jahr entdeckte Gesine Storck im Garten der Bildhauerin eine dort schon fast unbeachtete Skulptur für sich, einen weiblichen Torso mit angedeuteten ausgestreckten Armen. Die weiße keramische Figur begleitete fortan ihre Malerei. In der Ausstellung ist diese symbolhafte Urmutter zu sehen vor einem schwarzen Bild, das erst beim näheren Herantreten die eigentliche Tiefe der verschiedenen dunklen und erhellenden Farbtöne offenbart. Gedanken in Buchform begleiten dieses stille Gespräch. Auch ein anderes Bild zieht den Ausstellungsbesucher gleich in seinen Bann.

Die wallenden Rottöne haben eine Sogwirkung, aus der scheinbaren Fläche entspringt eine Tiefe, die sich öffnet wie ein Tor. Wer die kleine Figurengruppe davor mit betrachtet, kann in den Reigen eintreten, den dieser schrundige, aufgeworfene Ton mit dem großen Bild tanzt. Überhaupt ist das Auge in dieser Ausstellung gefordert: Es ergänzt die sich lückenhaft und aufgebrochen gebärdenden keramischen Oberflächen der Werke von Gudrun Sailer, es entdeckt, dass Indigo nicht nur die Farbe des Regenbogens sein kann, sondern zauberhafte Schwarztöne erzeugt. Orange leuchtet, Smaragdgrün und Blau schimmern. „Durch Gesine Storck habe ich mich selbst mehr mit Farbe auseinandergesetzt und ich glaube, meinen Figuren, die ich jetzt stellenweise mit Glasur und Engobe gestalte, hat das gut getan“, bekennt Gudrun Sailer.


Die Ausstellung „ANANA“ ist noch bis zum 22. Mai zu sehen, geöffnet ist sie Di und Mi von 10 bis 16 Uhr, Do von 10 bis 18 Uhr und So von 15 bis 17 Uhr.

Foto: Ines Baumgartl

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